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Bronze-Schmuck

Das Wachsausschmelz-Verfahren der verlorenen Form

Zugegeben, über diese Technologie sprechen meist nur EthnologInnen. Dabei ist der „Guss in verlorener Form“ das wohl bedeutendste und schönste Verfahren, Metalle bzw. Legierungen kunstvoll zu formen.
Die Akan in Ghana und in den angrenzenden Gebieten der Elfenbeinküste haben dieses Verfahren perfektioniert und benutzen es, um filigrane Schmuckperlen, Bronzefiguren und Goldgewichte herzustellen.

Bei den Goldgüssen in Westafrika handelt es sich von der Technik her gesehen um das Giessen inn eine „verlorene Form“, bekannt auch unter der Bezeichnung
„cire-perdue“-Guss. Danach wird ein aus Wachs geformtes und mit Einguß-Kanälen versehenes Modell in einen Tonmantel eingeschlossen und nach dem Trocknen soweit erhitzt, bis alles Wachs ausgelaufen oder verbrannt ist. In die dadurch entstandene modell-entsprechende Leerform wird das Metall dann eingegossen.
Da das Wachsmodell nur einmal verwendbar ist und für jeden Guß neu hergestellt werden muß, heißt die Technik „Giessen nach der verlorenen Form“ oder „cire-perdue“, verlorenes Wachs.



Beim Verfahren der Akan wird das zu schmelzende Metall nicht in einem Tiegel von der Form getrennt aufgeheizt, sondern mittels einer Lehmkuppel
direkt an die Giessform angeschlossen, so dass beide zusammen eine Einheit bilden.
Dann kommen die Formen mit dem Tiegelteil nach unten in den Ofen und werden so weit erhitzt, bis das Metall im Tiegel geschmolzen ist. Dann wird die Form aus dem Feuer genommen, etwas geschüttelt, geschwenkt und umgedreht, wodurch das Metall in die Leerform einströmt.
Als "Bronze" wird dabei eine Bronze-Messing-Legierung, vorwiegend gewonnen aus Altmetallen, verwendet. Diese Legierung besteht steht zu ca. 80% aus Kupfer, dem Zinn und Zink beigemischt sind. Mit dem Mischungsverhältnis bestimmen die erfahrenen Handwerker die spätere Farbe der Schmuckperlen, die zwischen goldgelb und der typischen rot-braunen Bronzefarbe variiert.


Warum Bronze bei "Afrika Recycled"?

Die Bronzeperlen aus Ghana sind nicht das, was typischerweise unter einem reinen Recyclingprodukt zu verstehen ist, obwohl das Rohmetall meist aus Altmetall, häufig gewonnen aus Elektroschrott, besteht.

Die einzigartige Kunst des Metallgusses aus der verlorenen Form ist jedoch leider auch in Ghana vom Aussterben bedroht. Immer weniger Kunsthandwerker beherrschen dieses aufwendige Handwerk in Perfektion.
Mit unserem Angebot an Bronzeperlen und Anhängern möchten wir dieses Kunsthandwerk auch in Deutschland bekannt machen und dazu beitragen, den besten verbliebenen Kunsthandwerkern auch hier einen kleinen Markt für ihre Kunst zu erschließen.

Alle Bronzeperlen und Anhänger sind wunderschöne Unikate. Die Perlen ergeben, z.B. einzeln an Lederbändern getragen oder kombiniert mit unseren Recyclingglas-Perlen, wunderschöne Colliers.


Literaturempfehlung

Falls Sie sich intensiver mit der Geschichte und der Technik des westafrikanischen Gelbgusses befassen möchten, empfehlen wir Ihnen unbedingt das Buch 

CIRE-PERDUE

Geheimnis und Faszination
des westafrikanischen Gelbgusses
von Johannes Glaser

Der Kunstethnologe Johannes Glaser hat jahrelang in Westafrika auf den Spuren der Gelbguss-Handwerker geforscht und eine faszinierende Abhandlung mit einzigartigen Informationen und Bildern verfasst.
Den Link zur Buchseite finden Sie hier...


Die Produkte:

Bronzeperlen

Alle Bronzeperlen aus der "verlorenen Form" sind Unikate, da die Form bei der Herstellung verloren geht. Es gibt viele Formen, Größen  und Designs dieser filigranen Perlen.
Hier können wir daher nur eine kleine Auswahl in Bildern vorstellen. Mehr finden Sie in unserem Shop.

   

 


Bronzeanhänger

Die Anhänger werden mit dem gleichen Verfahren hergestellt wie die Perlen. Meist werden darauf traditionelle Symbole der Akan abgebildet (Herrschaft, Fruchtbarkeit, Tiere).
Auch hiervon einige Beispielfotos:



Goldgewichte

Diese Figuren wurden traditionell, wie der Name schon sagt, zum Abwiegen von Gold benutzt. Heutige Figuren stellen meist Szenen aus den Ghanaischen Land-Alltag dar.
Die Brüder Idrissu in Kofuridua, von denen wir vornehmlich die schönen Gelbguss-Arbeiten beziehen, haben sich jüngst auch der "erotischen Kunst" gewidmet, wodurch Bronzefiguren entstehen, die nicht ganz jugendfrei sind....